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#BRIEF VON DEN OLYMPISCHEN SPIELEN

Was ich beim Beobachten der Olympischen Spiele aus nächster Nähe gelernt habe

Olympia


Sehr geehrte Personalverantwortliche,

vielleicht haben auch Sie die Olympischen Spiele verfolgt. Vielleicht waren Sie berührt von einem perfekten Start, einer aussergewöhnlichen Aufholjagd oder einer Medaille nach Jahren des Verzichts und der Disziplin.


Ich hatte das Glück und das Privileg, dieses Ereignis aus nächster Nähe als freiwillige Helferin mitzuerleben.


Ich sah die Gesichter der Athletinnen und Athleten wenige Minuten vor dem Wettkampf: eine intensive, fast greifbare Konzentration. Stille. Ich sah die zurückgehaltene Anspannung, die Entschlossenheit, die Last jahrelanger Vorbereitung – verdichtet in wenigen Augenblicken.


Ich erlebte auch Enttäuschung. Eine gefasste, oft stille Enttäuschung, die dem Publikum verborgen bleibt. Jene, die entsteht, wenn das Unerwartete den Ausgang verändert, wenn die Leistung nicht dem eigenen Anspruch oder den Erwartungen entspricht.

Und ich hatte die Gelegenheit, mit jenen zu sprechen, die im Hintergrund wirken: Trainerinnen und Trainer, Betreuende, medizinische Teams, Skitechniker. Menschen, die selten auf dem Siegerpodest stehen – ohne die es jedoch kein Siegerpodest gäbe.


Eines hat mich besonders beeindruckt: Niemand spricht ausschliesslich über Talent. Alle sprechen über das System.


Hinter jeder olympischen Leistung steht weit mehr als ein einzelner Mensch. Es steht eine Struktur, die vorbereitet, beobachtet, vorbeugt und sich kontinuierlich anpasst.


Medizinische Teams erkennen Signale, bevor sie zu Verletzungen werden. Trainer steuern und dosieren Belastungen präzise. Psychologinnen und Coaches arbeiten gezielt an mentaler Stärke. Und dann sind da die Skitechniker – meist unsichtbar, aber entscheidend: Sie analysieren Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schneestruktur, um das optimale Wachs zu wählen. Sie testen, vergleichen, justieren. Sie sind die Ersten am Einsatzort und die Letzten, die ihn verlassen. Denn wenige Millimeter weniger Reibung können über Sieg oder Niederlage entscheiden.


Im Spitzensport überlässt niemand Leistung dem Zufall.


Und dennoch geschieht das Unerwartete: widrige Wetterbedingungen, ein Körper, der nicht wie geplant reagiert, ein Menstruationszyklus, der das Energielevel beeinflusst, ein Moment des Zögerns.

Eine Medaille ist niemals garantiert.

Doch die Investition in Vorbereitung wird nie infrage gestellt.


Hier stellt sich meine Frage an Sie:

Wie viel investieren wir in den Organisationen, die Sie täglich begleiten, tatsächlich in die systematische Entwicklung und Gesunderhaltung der Mitarbeitenden?


Wir erwarten kontinuierliche Leistung.

Wir fordern schnelle Anpassung.

Wir setzen Resilienz voraus.

Wir verlangen Ergebnisse unter Druck.


Doch bieten wir auch jene strukturelle Unterstützung, die der Spitzensport seinen Athletinnen und Athleten selbstverständlich gewährt?

Beobachten wir Arbeitsbelastungen ebenso präzise?

Erkennen wir Frühwarnsignale von Überlastung?

Schaffen wir Räume für echte Regeneration?

Trainieren wir Anpassungsfähigkeit, bevor Veränderung zur Krise wird?


Im Sport wäre es undenkbar, jemanden ohne physische und mentale Vorbereitung, ohne Prävention und ohne tragfähiges Unterstützungssystem in einen Wettkampf zu schicken.


In Unternehmen hingegen werden Menschen täglich „an den Start geschickt“ – oft ohne ein vergleichbar strukturiertes System.


Vielleicht liegt der Unterschied zwischen einer Organisation, die lediglich überlebt, und einer, die langfristig erfolgreich ist, nicht im Talent ihrer Mitarbeitenden. Sondern in der Qualität des Systems, das sie trägt.


Der Sport lehrt uns eine Kultur der Vorbereitung und eine Kultur der Prävention.

In einer Zeit permanenter Veränderung brauchen wir zusätzlich eine Kultur der Anpassungsfähigkeit – nicht als Schlagwort, sondern als trainierte, gelebte und geförderte Kompetenz.


Ich sah die Konzentration vor dem Start.

Ich sah die Enttäuschung danach.


In beiden Momenten stand ein System dahinter, das nicht aufgibt.


Die eigentliche Frage lautet daher:

Gibt es in unseren Unternehmen ein System, das Menschen wirklich trägt – gerade dann, wenn Leistung ausbleibt oder Druck steigt?


Wenn wir die Olympischen Spiele bewundern, sollten wir uns fragen, ob wir bereit sind, Organisationen mit derselben Sorgfalt, Konsequenz und Weitsicht zu gestalten.


Nachhaltige Leistung beginnt nicht am Wettkampftag. Sie beginnt lange davor.


Der wahre Erfolg eines Unternehmens zeigt sich nicht allein in Quartalszahlen, sondern in der Fähigkeit, über Jahre hinweg gesunde, kompetente und anpassungsfähige Menschen zu entwickeln.


Mit Wertschätzung und im Bewusstsein gemeinsamer Verantwortung


Sandra Gambetta


 
 
 

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